bevor ich beginne, meine erlebnisse des heutigen sonntags niederzuschreiben, möchte ich sie warnen, lieber leser: dieser blog ist geschmacklos. dieser blog ist nicht für menschen geeignet, die ehrwürdig, taktvoll und sensibel sind. dieser blog entspringt den händen der skandalösen, brutalen, widerlich obszönen und ordinären r. in mir und nicht der SYMPATHISCHEN r., die ich auch sein kann. alles klar? dann: los geht's!
t. und ich sind pervers und ich glaube, ihre zwei freunde (wg.-kollege d. + freund a.) sind es irgendwie auch.
weil lernen ja öde ist, haben wir spontan beschlossen in die ausstellung "bodies" im gaZometer zu gehen ("kRochA-sTylE" lt. s.).
gleich an der kasse gaben wir uns alle für studenten aus und weil wir auch so intelektuell (wie schreibt ma' denn des?!?!) aussahen, mussten wir eigentlich gar keine ausweise herzeigen. 16 euro statt 20. im nachhinein weiß ich, für die ausstellung hätte ich nicht mal 10 euro bezahlt.
fröhlich purzelten wir als quartett in die räumlichkeiten und verkniffen uns sogleich das erste gähnen. lauter knocherl und skelett-maxerl. wie fade, anatomie! im eiltempo in den nächsten raum - ah, ein plastifiziertes nacker-patzi!
r.: *huch* der ist aber klein!
t.: schon, gell?
r.: ja...hm.
nächster raum:
r.: na sowas! *mitleidig guck* schon wieder so ein kleiner. das gibt's ja nicht.
t.: nicht mal so groß wie mein finger.
r.: *finger spreiz und vergleich* *t. den kleinen finger unter die nase halt* hm?
t.: na, das ist noch zuviel...
und dann ließen wir unsere unschuldigen augen ein stück tiefer gleiten: mann, hatte der ein RIESEN-DING...
später:
a.: wollt's ihr das nicht sehen da drinnen? *auf abgesonderten, dunkel und violett-schimmernden raum deut*
t. und r. im chor: was ist denn da drinnen?
a.: BABIES! (tonlage wird beim "ies" etwas höher)
t. und r. im chor: JÖH, GEIL.
(t. und r. düsen gleichzeitig hin).
(a. erzählt später, dass eine mutter zu ihren kindern bezüglich dieses raumes meinte: "ihr müsst da nicht reingehen. das braucht ihr euch wirklich nicht ansehen, wenn ihr nicht wollt!"...)
dann war da standardmäßig eine gesunde und eine raucher-lunge. daneben eine plastikbox, wo man seine zigaretten reinfallen lassen konnte (schlitz war leider zu klein, um die ca. 10 tschickpackerl herauszufischen. waren kurz versucht, mittels knocherl vom ersten raum an die zigaretten zu gelangen. verwarfen dann den gedanken, um nicht wie affen zu wirken, die mit einem holzstaberl in einer baumhöhle herumstochern). t. hörte dabei ein gespräch zw. zwei männlichen besuchern:
I: hauen wir unsere zigaretterln da rein?
II: öh, von mir aus. können uns ja draußen neue kaufen.
I und II ziehen lachend weiter zum nächsten krebsverseuchten ausstellungsstück.
und da: unter all den männlichen ausstellungsobjekten (ist das ethisch korrekt ausgedrückt?) fanden wir endlich ein weibliches - fettleibig! auf der erklärungstafel stand - kurz und prägnant zusammengefasst: "SEHEN SIE SICH DASSS AN - EINE FRAU mit CELLULITE und einem WABBEL-ARSCH. und: ES WERDEN MEHR - TAGTÄGLICH - BÖÖÖÖSE WESTLICHE WELT!" t. und ich begutachteten die erstaunlich schönen brüste der dame und blieben sodann am arsch hängen:
t.: find das da jetzt aba nicht so oarg.
r.: ich auch nicht.
t.: soviel anders seh ich da jetzt aba auch nicht aus.
r.: hm - könnte auch mein arsch sein.
schilddrüsen - gespräch zweier mädchen:
I: was is'n das?
II: ne schilddrüse.
I: aha.
II: mit krebsbefall.
I: achsooo - und wie sieht das gesund aus?
ganz besonderlich delikat fanden d., a., t. und meine wenigkeit die abgezogene (KOMPLETT) haut eines menschens, die ganz faul in einer glasvitrine herumdöste. die fußsohle war so hingelegt worden, dass man den alptraum eines jeden pedikeurs in seiner allmächtigen gestalt sehen konnte...kurz überlegte ich, mein vorher gegessenes risibisi nochmals sehen zu wollen, aber selbst mein erbsenreis fürchtete sich und blieb im magen versteckt.
was wir nun wissen:
perversität hat viele gesichter - zwei davon gehören mit sicherheit t. und mir. a. und d. haben sich ja eigentlich ganz pietätvoll verhalten, aber damit wir nicht so blöde aussehen, nenn' ich sie halt auch mal pörvörs.
lachen ist die beste medizin gegen zerstörte illusionen -> frauen habens vielleicht nicht so mit dem einordnen von größen, aber gegen den vergleich mit dem kleinen finger kommt auch der grööößte mann nicht an...
die ausstellungsobjekte waren asiatischer herkunft.
frauen haben meist die schöneren körper, stehlen männern aber dann vermutlich die show, weshalb der plastifikeur männliche körper bevorzugt hat (oder es gefiel ihm einfach besser...)
"körperwelten" war die bessere ausstellung
und dann noch die ultimative erleuchtung, die t. am schluss hatte, und mit der ich schließen möchte:
"na toll! um das geld hätt' ich ma schon vier bier kaufen können!"

ab_alone - 4. Mai, 18:39